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DEBATTEN & WORKSHOPS >>

In den Debatten diskutieren Sie mit Expertinnen und Experten – die Workshops bieten Raum für praktische Experimente. Sie haben die Wahl! Untenstehend finden Sie die verschiedenen Angebote vom Freitag, 13. November, 17.00 bis 18.30 Uhr.


WORKSHOP A >> Partizipation um jeden Preis? Von Mitmachzwang und dem Recht auf Nicht-Beteiligung

Mit: Olaf Herzog und Jan Siebenbrock, ]pg[ Jugendzentrum im Paul-Gerhardt-Haus, Theatermafia, Münster.

leider NEIN, leider gar NICHT! In diesem Praxisworkshop sind Sie eingeladen, mit Mitteln des Theaters unterschiedliche Motivlagen der Verweigerung zu erforschen und zu erproben. Denn Partizipation ist freiwillig. Es gibt das Recht auf Beteiligung, nicht jedoch die Pflicht dazu. Vielmehr haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein Recht auf Nicht-Beteiligung. Partizipation hat also auch dann mit Selbstbestimmung zu tun, wenn es darum geht, sich einer Mitwirkung zu verweigern. Abgrenzung von Gesellschaft und ihren Prozessen und Spielregeln, ihre kritische Infragestellung, ist für Identitätsentwicklung unverzichtbar und ein wesentliches Merkmal des Aufwachsens. Wertschätzen wir Nicht-Beteiligung angemessen? Geben wir dieser Form der Partizipation – die Nicht-Beteiligung – genügend Raum in unserer Praxis Kultureller Bildung? Und schließlich: Wie geht das überhaupt?

Weitere Informationen

Olaf Herzog

Jan Siebenbrock

Theatermafia


WORKSHOP B >> ePartizipation… und jetzt beteiligen wir alle? Von Seifenblasen und Silberstreifen

Mit: Claudia Engelmann, Inklusive KombiSchulung eKultur, Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin und Ilona Wuschig, DieWaehlerischen.de, Fachhochschule Magdeburg-Stendal

ePartizipation bezeichnet Beteiligung mittels unterschiedlichster digitaler Plattformen und Tools. Wegen der Affinität junger Menschen zu digitalen Medien werden große Hoffnungen auf Formen der ePartizipation gesetzt. Schaffen wir mit digitaler Kommunikation den Quantensprung der kulturellen Teilhabe? Wie funktioniert ePartizipation praktisch? Welche Tools gibt es? Was ist wichtig? Ilona Wuschig und Claudia Engelmann berichten von beflügelnden und ernüchternden Erfahrungen aus ihren Projekten: DieWaehlerischen.de und die Inklusive Kombischulung eKultur.  Im praktischen Teil des Workshops erhalten Sie Gelegenheit zu einer Standortbestimmung: Wo steht meine Einrichtung/Initiative/praktische Arbeit in Hinsicht auf a) Partizipation und b) die Nutzung digitaler Medien? Sie erhalten praxisbewährte Informationen dazu, welche Tools und Arbeitsformen sich in der Projektrealität bewährt haben.


WORKSHOP C >> Partizipation? Name it Racism! Ein KulTür auf! Workshop über Rassismus, kulturelle Bildung und festgefahrene Strukturen im deutschen Kulturbetrieb

Mit: Çığır Özyurt, Nils Erhard, Saira Amjad & Jamil Dishman, KulTür auf!, JugendtheaterBüro, Berlin

In diesem Workshop stellen die Referent*innen  drei zentrale Thesen vor, die Sie mit Ihnen diskutieren möchten:

  1. Kulturelle Bildung kann wichtige Impulse geben und Dinge in Bewegung setzen, letztendlich muss es aber darum gehen, die verkrusteten Strukturen im gesamten Kulturbereich aufzubrechen. Es geht es nicht um „ein bisschen mitmachen“ bei ein paar Kunstprojekten, sondern um umfassenden und dauerhaften Zugang zu kulturellen Produktionsmitteln, Institutionen und Möglichkeiten der Selbstrepräsentation.
  2. Anstatt immer wieder neue Ideen für so genannte „partizipative“ Projekte zu entwickeln, müssen wir uns die Ausschlussmechanismen im Kulturbetrieb anschauen. Wenn in einer Stadt wie Berlin, an fast allen großen Theatern Ensembles und Leitung fast ausschließlich mit weißen Menschen aus der Mittelschicht besetzt sind und wenn die Perspektiven von People of Color an diesen Theatern kaum Raum haben, dafür aber stereotype Darstellungen und Klischees, dann nennt man das strukturellen Rassismus. Dieser Rassismus muss benannt und angegangen werden.
  3. Die Perspektive großer Kulturinstitutionen ist extrem eingeschränkt und sie sind von sich aus nicht in der Lage ihre strukturellen Probleme zu anzugehen. Im Zentrum von KulTür auf! steht deshalb die Perspektive von Jugendlichen, die immer wieder mit Zugangsbarrieren zu kämpfen haben und die sich auf den meisten großen Bühnen der Stadt nicht repräsentiert sehen.

Weitere Informationen

KulTür auf!


DEBATTE 1 >> Udział – Participatie – Participation. Partizipation aus einer internationalen Perspektive

In englischer Sprache

Mit: Dagna Gmitrowicz, Fundacja ARTE EGO, Polen, David Lopez, Ligue française de l‘enseignement, Frankreich, Jan Jaap Knol, Fonds voor Cultuurparticipatie, Niederlande // Moderation: Rolf Witte, BKJ

Nicht nur die Begrifflichkeiten von „Partizipation“ sind in europäischen Sprachen und Ländern unterschiedlich, sondern auch die Konzepte hinter diesen Begriffen. Wir wollen unsere Konzepte und Herangehensweisen im Sinne partizipativer Arbeitsformen und institutioneller Gegebenheiten im Bereich der Kulturellen Bildung durch einen Austausch von Meinungen und Erfahrungen mit Kolleg*innen aus europäischen Nachbarländern bereichern. Und das anhand folgender Leitfragen: Was ist das Verständnis oder Konzept von Partizipation junger Menschen in der Gesellschaft und in Arbeitsformen der Kulturellen Bildung in ihrer Organisation? Ist der Kulturbereich und hier speziell der Bereich der Kulturellen Bildung in ihrem Land offen für partizipative Arbeitsformen und die Interessen junger Menschen? Wie können Projekte und Programme der Kulturellen Bildung eine aktive Rolle in gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen spielen? Wie können wir den Wissens- und Erfahrungsaustausch oder die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern im Anschluss an diese Diskussion intensivieren?

Not only the words for participation are different in different languages and European countries, but also the concepts behind these terms. We want to enrich our concepts and approaches to more participatory working forms and institutional settings in arts education by exchanging views and experiences with colleagues from European neighbor countries along the following guiding questions: What is the understanding or concept of participation of young people in society and in arts education projects or programs in your organisation? Is the cultural sector and especially the cultural education sector in your country open for more participatory approaches and the interests of young people? How can arts education projects or programs with young people play an active role in social and political debates and developments? How can we enhance the exchange of know-how or cooperation between our countries in the follow up of this discussion?

Weitere Informationen / further information

> Dagna Gmitrowicz

> Jan Jaap Knol

> David Lopez

> Rolf Witte


DEBATTE 2 >> Soziale ‚Realitäten‘ im Weg? Partizipations-Versprechen der Kulturellen Bildung auf dem Prüfstand

Mit: Dietrich Engels, Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik, Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Stiftung Universität Hildesheim. // Moderation: Rainer Treptow, Universität Tübingen

Die Debatte nimmt die Frage zum Ausgangspunkt, wie haltbar Teilhabe- und Partizipationsversprechungen Kultureller Bildung sind – vor dem Hintergrund ungleicher Bedingungen des Aufwachsens. Versprechen wir zu viel Beteiligungschancen angesichts von Armut, Ungleichheit und sozialer Ausgrenzung? Wie veränderbar sind ungerechte Lebenschancen – und wo liegt die Verantwortung der Kulturellen Bildung? Welche Teilhabe- und Partizipations-Potenziale halten praktische Kulturarbeit, Einrichtungen und Strukturen Kultureller Bildung in öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Kontexten bereit – und was müssen wir ändern, ums sie besser als bisher nutzbar zu machen?


DEBATTE 3 >> Künstlerische Qualität vs. Beteiligungsanspruch? (Wie) vertragen sich Kunst und Partizipation?

Mit: Barbara Meyer, Internationales JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27, Berlin, Ulrich Wüster, Jeunesses Musicales Deutschland // Moderation: Meike Fechner, ASSITEJ Deutschland

Die Debatte stellt die Frage nach den Potenzialen sowie den Grenzen von Partizipation in Bezug auf künstlerische Qualität in den Mittelpunkt. Muss Partizipation dort enden, wo Qualität oder sogar Exzellenz beginnt? Oder ist Partizipation nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine originär künstlerische Qualität? Welche künstlerischen Haltungen vertragen sich mit dem Prinzip der umfassenden Beteiligung und was kann Partizipation in einem künstlerischen Prozess alles sein?

Weitere Informationen

> Barbara Meyer

> Ulrich Wüster

> Meike Fechner


DEBATTE 4 >> Politische Partizipation als Kunst? Ästhetische Praxis als Interventionsstrategie

Mit: Christoph Lutz-Scheurle, Fachhochschule Dortmund, Hanne Seitz, Fachhochschule Potsdam. // Moderation: Wolfgang Sting, Universität Hamburg

Die Debatte geht der Frage nach, welche Potenziale ästhetische und künstlerische Praxis für wirksame Partizipation im Sinne eines Beitrags zu Kritik und produktiver Veränderung bereithalten. Praxisbeispiele aus dem Bereich Theater und Performance werden vorgestellt und in Hinsicht auf ihren Gehalt für Partizipation analysiert. Die Referent*innen gehen mit aktuellen Partizipations-Kulturen in den performativen Künsten kritisch ins „Gericht“.

Diskutieren Sie mit ihnen die spannende Frage, wie es gelingen kann, dass ästhetische und künstlerische Praxis nicht in der Gefahr geraten „Partizipations-Bluffs“ zu sein. Inwiefern stehen Partizipationsmodelle, z.B. Bürgerbühnen, zwischen Beteiligung und Instrumentalisierung von Bevölkerungsgruppen? Wann können partizipative Modelle zu Veränderung beitragen? Wann stehen sie in der Gefahr, stattdessen auf Einordnung in Normalitätsdefinitionen ausgerichtet zu sein?



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